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Die überlebenden Zeitzeugen des bewegten Jahres 1968 sind heute im Rentenalter. Aber sie haben – anders als die vorangegangene Kriegsgeneration – die Deutungshoheit über ihr Handeln damals weitgehend bewahrt, ja bissig verteidigt. Dabei sind auch ein paar liebgewonnene Legenden und Mythen entstanden. Es spricht wiederum für die kritischen Geister von 1968, dass einige von ihnen mit ein paar Jahrzehnten Abstand nun auch die Gewissheiten und Überzeugungen aus dem „Jahr der Revolution“ recht schonungslos hinterfragen.

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht! | bertolt brecht zitate

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Hat wirklich erst mit ihnen die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit begonnen? Oder die Befreiung der Frauen aus der Abhängigkeit von den Männern? Waren „die 68er“ tatsächlich überwiegend anti-autoritär und friedliebend? Und wie stark blieb die zumeist bürgerliche Prägung unter der revolutionären Fassade? Für die Nachgeborenen, die Töchter und Söhne, Schüler und Studenten der „68er“ sind das naheliegende Fragen – für die „68er“ selbst sind sie so unbequem wie jene Inquisition, der sie selbst ihre Elterngeneration unterzogen haben. Doch beides war und ist unvermeidlich, um zu einem vollständigen, auch gerechten Bild zu kommen.

Es ist zweifellos der Lieblingsmythos der damals aufmüpfigen Schüler und Studenten, der Barrikadenkämpfer und Kulturrevolutionäre: Erst ihr beharrliches Nachfragen und schonungsloses Aufdecken habe die Deutschen in die Lage versetzt, sich mit dem grauenvollen Erbe des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Vorher wurde ja alles totgeschwiegen – Geschichtsunterricht endete spätestens 1918 – und die braunen Eliten wurden geschmeidig in die Führungsschicht der jungen Bundesrepublik integriert.

Da war schon etwas dran. Der erste Bundeskanzler Konrad Adenauer, selbst von den Nazis drangsaliert und als Kölner OB entmachtet, leistete sich einen Kanzleramtschef Hans Globke. Der Jurist hatte immerhin den maßgeblichen Kommentar zu den Nürnberger Rassegesetzen mitverfasst. Doch 1968 war Globke schon seit fünf Jahren in Pension und überdies eine vielschichtige bis widersprüchliche Persönlichkeit: Vor allem zum katholischen Widerstand gegen Hitler hatte er engen Kontakt, was Adenauer wohl imponierte – Mitglied der NSDAP hingegen war Globke nie. Er hatte über die Immunität der Reichstagsabgeordneten promoviert, später aber für die Nazis ein Gesetz zur Auflösung des Preußischen Staatsrates formuliert. Präsident des Staatsrates von 1921 bis 1933 war Adenauer.

Unter diesen Widersprüchen und Ambivalenzen, die ja nicht offen in der Gesellschaft angesprochen und diskutiert wurden, konnte man als junger und kritischer Geist in der 60er Jahren sicherlich leiden. Zumal auch unterhalb des innersten Machtzirkels verantwortungsvolle Posten von Männern bekleidet wurden, die schon vor 1945 wichtige Funktionen innehatten. Das betraf Justiz und Verwaltung ebenso wie Forschung und Lehre.

Anders hätte der junge Staat nach dem Zusammenbruch des „3. Reiches“ vermutlich gar nicht arbeiten können. Es gab tausende NS-Kollaborateure, die ungeschoren blieben, weil ihre Expertise benötigt wurde. Auch und gerade an den Universitäten: Wer die Suchbegriffe „Uni-Rektor & NS-Vergangenheit“ googelt, erhält über 70.000 Ergebnisse. Für die Zweitkarriere im demokratischen Deutschland schrieben sich die Koryphäen offenbar gerne gegenseitig entlastende Gutachten.

Und der Mann, der 1966 als Bundeskanzler Regierungschef der ersten Großen Koalition wurde, war von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP: Kurt Georg Kiesinger. Im „3. Reich“ war der Jurist allerdings nicht gerade ein Top-Nazi: Er brachte es bis zum Stellvertretenden Leiter der Rundfunkabteilung im Außenministerium. Dort fiel er dem Reichssicherheitshauptamt eher unangenehm auf, weil er anti-jüdische Propaganda hintertrieb. Schon 1948 entlastete ihn ein Spruchkammergericht vollständig.

Doch junge Linke, die an der Last der deutschen Geschichte litten, scherte das wenig: Am 7. November 1968 ohrfeigte ihn die 29-jährige Journalistin Beate Klarsfeld auf dem CDU-Parteitag in Berlin vor klickenden Kameras. „Es war eine symbolische Aktion der Nazi-Kinder gegen die Nazi-Väter“, gab sie später zu Protokoll.

Bertolt Brecht | familia Dei | bertolt brecht zitate

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Dabei waren große Prozesse gegen die Täter in den KZ Auschwitz, Sobibor und Treblinka schon längst geführt worden: vor deutschen Gerichten und mit hohen Strafen in den Urteilen. Fritz Bauer, der Generalstaatsanwalt im Frankfurter Auschwitz-Prozess, starb bereits 1968, Monate vor Klarsfelds Aktion. Weitere Verfahren gegen NS-Verbrecher liefen; juristisch gab es keine „Schlussstrich-Debatte“. Und in der Zivilgesellschaft war etwa die „Aktion Sühnezeichen“ der evangelischen Kirche bereits seit 1958 aktiv.

Fallende Bomben in Vietnam, das Massaker von Mi Lai, Wasserwerfer und Polizisten im Laufschritt. …

Es war wohl eher die Große Koalition, die Zweifel an der repräsentativen Demokratie als Bollwerk gegen Totalitarismus säte und nährte. Was war ein Parlament wert, das am 30. Mai 1968 mit großer Mehrheit und gegen massive Proteste die Notstandsgesetze verabschiedete, fragten sich nicht nur junge Studenten, sondern auch gestandene Gewerkschafter oder der damals 51-jährige Schriftsteller Heinrich Böll. Dass die Gesetze für den Kriegs-, Krisen- und Katastrophenfall vor allem der Sicherung demokratischer Institutionen dienen sollen, geriet völlig in den Hintergrund – ebenso die Tatsache, dass sie Sonderrechte der Alliierten aufhoben, also ein Schritt zu mehr staatlicher Souveränität waren. Nicht einmal das eigens ins Grundgesetz eingefügte Widerstandsrecht (Artikel 20) konnte den immer bemühten Vergleich mit den ungleich schärferen Weimarer Notstandsgesetzen entkräften.

Der übermächtigen schwarz-roten Regierung, kaum gebremst durch eine kleine liberale Opposition, schlug großes Misstrauen entgegen – wie überhaupt dem ganzen durch das Wirtschaftswunder restaurierten Bürgertum. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch“ – das Zitat aus Bertolt Brechts Faschismus-Parabel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“, schon 1958 in Stuttgart uraufgeführt, war gleichsam die Parole dieses Misstrauens.

„Der Faschismus galt als besonders brutale Form bürgerlicher Herrschaft, was eine abstruse Relativierung der Differenzen zwischen Faschismus und Liberalismus begünstigte“, schrieb Hubert Kleinert schon vor zehn Jahren im Rückblick auf 1968. Das Gründungsmitglied der Grünen war 1968 Teenager – heute lehrt Kleinert Politikwissenschaften an der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung. Kühl seziert er einen weiteren Widerspruch der Faschismus-Aufarbeitung, wie sie die „68er“ und ihre Nachfolger betrieben: „Weil Hitler der Architekt der deutschen Spaltung gewesen sei, konnte man das Thema Deutschland vernachlässigen. Dass aus dieser Sicht allein die Bürger der DDR die Zeche zu zahlen hatten, wurde dabei übersehen.“

Das an Borniertheit grenzende Verständnis für den vermeintlichen Arbeiter- und Bauernstaat war nur eine Facette: Selbstverständlich galt den West-Linken jeder Gedanke an eine Wiedervereinigung in Frieden und Freiheit als reaktionärer Revanchismus. Angesichts des Furors, mit dem sich anno 68 die „Nazi-Kinder“ mit ihren „Nazi-Vätern“ anlegten, erstaunt ihre hohe Toleranz, wenn sich linke Revolutionsführer autoritär bis totalitär gebärdeten. Der Verehrung für Mao Zedong tat es keinen Abbruch, dass in China seit 1966 eine äußerst blutige Kulturrevolution tobte. Oder dass Tibet schon 1950 militärisch besetzt, später annektiert und seitdem von einem brutalen Regime geknechtet wurde, das auf das Ausradieren der tibetischen Kultur und Identität angelegt war. Das konnte man, zumal als angehender Akademiker, auch ohne Internet und CNN wissen. Die meisten Ikonen der linken Weltrevolution waren alles andere anti-autoritäre, friedliebende Basisdemokraten. Selbst Vietnams Unabhängigkeitskämpfer Ho Chi-Minh, gerühmt für seine Integrität und seinen bescheidenen Lebensstil, dachte niemals daran, in seiner Demokratischen Republik Vietnam ein Mehrparteien-System zuzulassen. In Kuba errichtete Fidel Castro nach dem Sieg seiner Guerilleros 1959 rasch eine knallharte Ein-Parteien-Diktatur, und der Beiname „Máximo Líder“ (oberster Anführer) ließ damals offenbar niemanden Parallelen zu Spaniens rechtem „Caudillo“ (Anführer, Oberhaupt) Francisco Franco ziehen.

Solche Gedanken gestattete man sich erst viel später. 2008 veröffentlichte der Politikwissenschaftler Götz Aly ein Buch mit dem provokanten Titel „Unser Kampf 1968 – ein irritierter Blick zurück“. In seiner Sturm-und-Drang-Zeit hatte er sich bis in die frühen 1970er-Jahre in linksradikalen Gruppierungen engagiert. Seine publizistische Abrechnung mit dieser Zeit ist ebenso radikal: „Es gibt durchaus Parallelen zur nationalsozialistischen Studentenbewegung: das Antibürgerliche, das Niederschreien Andersdenkender, der Antiliberalismus, der totalitäre Glaube an eine angeblich gute Sache, die Hinwendung zum einfachen Volk.“

Zitate mit dem Schlagwort Können der Die TagesRandBemerkung | bertolt brecht zitate

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Die romantische Verklärung militanter „Freiheitskämpfer“ erklärt sich Aly rückblickend so: „Wir projizierten unsere nationalgeschichtlichen Traumata auf andere und verlegten sie in sichere Entfernung.“ Im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ nennt er im Januar dieses Jahres auch den Grund: Der konkrete Nationalsozialismus war natürlich „mit lauter deutschen Familiennamen behaftet“, während man mit dem weniger präzisen Begriff „Faschismus“ weltweit alle Missliebigen etikettieren konnte. Das galt für die Napalmbomben abwerfende US-Luftwaffe in Vietnam ebenso wie für das Folterregime des Schah von Persien oder die Rassisten-Regierung in Südafrika – und es beinhaltete die Absolution für jede Form von Widerstand, über wie viele Leichen der auch gehen mochte.

Für manche Linke war es da nur noch ein kurzer Schritt zur Gleichung Zionismus=Faschismus. Ausgerechnet am 9. November 1969 legte ein junger Fanatiker aus dem Umkreis der „Tupamaros West-Berlin“ im Jüdischen Gemeindehaus in der Fasanenstraße eine Bombe. Glücklicherweise verhinderte ein verrosteter Draht ihre Explosion. Der Kommune-I-Gründer Dieter Kunzelmann postulierte den ideologischen Hintergrund: „Fest steht: Palästina ist für die BRD und Europa das, was für die Amis Vietnam ist. Die Linken haben das noch nicht begriffen. Warum? Der Judenknacks.“

Judenknacks? Offenbar stand für manche die zunächst rabiat eingeforderte Vergangenheitsbewältigung plötzlich dem übergeordneten Ziel der Weltrevolution im Wege. Trotzdem greift Alys Generalabrechnung zu kurz; unter anderem widerspricht ihm Kleinert: „Auf eine Kontinuität der „Dreiunddreißiger und Achtundsechziger“ zu schließen, wird der schillernden Vielfalt von 1968 nicht gerecht.“ Bestes Beispiel dafür ist wohl Daniel Cohn-Bendit, der als „Dany le Rouge“ in der Pariser Mai-Revolte berühmt wurde: Er sah und sieht sich als „Libertären“, der sowohl antikapitalistisch als auch antikommunistisch eingestellt ist, im Zweifel auch anarchistisch, aber niemals totalitär.

Bremer Kultur im Wandel: Vor einem halben Jahrhundert ging vom Theater am Goetheplatz ein …

Im Gespräch mit dem Historiker Claus Leggewie bezeichnete er im April diesen Jahres Che Guevara als „einen der größten Stalinisten“. Guevara, der vom linken Rand geradezu mit ­religöser Inbrunst verehrte Märtyrer der Weltrevolution, aber eben auch engste Vertraute des „Máximo Líder“ Castro. Ähnlich distanziert betrachtete Cohn-Bendit die bedingungslose Solidarität mit dem Vietcong, wie sie Rudi Dutschke propagierte: „Der Vietcong war für mich eine stalinistische Veranstaltung.“

Dutschke war weniger wählerisch. Weil er schon im Februar 1968 global dachte, machte er auf dem Berliner Vietnam-Kongress den Vietcong zum natürlichen Verbündeten in der Weltrevolution: „Jede radikale Opposition gegen das bestehende System, das uns mit allen Mitteln daran hindern will, Verhältnisse einzuführen, unter denen Menschen ein schöpferisches Leben ohne Krieg, Hunger und repressive Arbeit führen können, muss heute notwendigerweise global sein.“ Cohn-Bendit war zweifellos ebenso gegen Krieg, Hunger, Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung. Doch die Kommunisten – ob nun Trotzkisten, Leninisten oder Maoisten – bleiben ihm auch rückblickend Gegner: „Die haben die Demokratie in Deutschland oder Frankreich denunziert als autoritär, um sich dann zu berufen auf die chinesische Kulturrevolution. Da muss man ganz schön gaga sein.“

Entsprechend schwierig war es, die eigene zumeist bürgerliche Prägung zu verleugnen und als Speerspitze einer neuen Arbeiterbewegung aufzutreten. In Frankreich gelang das noch am ehesten – und scheiterte am Ende doch grandios. Junge Arbeiter solidarisierten sich mit den revoltierenden Studenten, in einem nie ausgerufenen Generalstreik wurden etliche große Betriebe besetzt. Die kommunistische Gewerkschaft CGT sei zunächst „völlig hilflos“ und passiv gewesen, sagt Cohn-Bendit. Am Ende aber war sie die Verhandlungspartnerin des konservativen Staatssekretärs Jacques Chirac. Das Ergebnis – unter anderem 30 Prozent Mindestlohnerhöhung und die gesetzliche Verankerung von Betriebsräten – konnte sich aus Arbeitersicht sehen lassen. Der Generalstreik war vorbei. „Dann haben wir gesagt, das ist Verrat an der Revolution“, erinnert sich Cohn-Bendit, „was Unsinn war.“

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In Deutschland wiederum verriet die Revolution sich quasi selbst. Verschiedenste linksradikale Zirkel und Kleinparteien hatten zwar die „Überwindung des Kapitalismus“ zum Ziel, waren aber vor allem damit beschäftigt, sich gegenseitig zu bekämpfen. „Ständiger Begleiter wurde bald die Suche nach Abweichlern und Klassenverrätern“, schreibt Kleinert. Im Großraum Frankfurt habe sich immerhin die Gruppe „Revolutionärer Kampf“ um Joschka Fischer auf betrieblicher Ebene um „Arbeiterautonomie“ bemüht.

Doch die stand nicht im Vordergrund. Im Ursprung ging es erst einmal darum, dass Studenten für ihre eigenen Rechte kämpften – in Deutschland wie in Frankreich und auch in den USA. Dort, im kalifornischen Berkeley, ging es schon 1964/65 los mit dem Free-Speech-Movement: Man wollte schlicht seine Meinung gegen den Vietnamkrieg und gegen die Rassentrennung äußern. Die Studenten beriefen sich dabei ausdrücklich auf die amerikanische Verfassung und nicht etwa auf irgendwelche revolutionären Traktate, schildert Cohn-Bendit, der um diese Zeit in den USA war.

Europäische Linke wie er verstanden das zunächst gar nicht, importierten aber die Methoden der Revolte: Sit-ins, Teach-ins, ziviler Ungehorsam. Peter Schneider, einer der Wortführer der Berliner Studentenbewegung, sieht damit heute den latenten Anti-Amerikanismus der „68er“ als Mythos widerlegt: „Unsere Feindschaft galt allein der Regierung der USA.“ Die aber kämpfte nicht in Vietnam gegen den Vietcong: In den US-Streitkräften waren eher die Unterprivilegierten überrepräsentiert, die Arbeiter, die Schwarzen, die Latinos.

Arbeiter und Unterprivilegierte profitierten auch in Deutschland kaum vom revolutionären Elan der „68er“. Im Gegenteil: „Das Vordringen der jungen Linksakademiker hat dazu beigetragen, dass die SPD in jenen Jahren ihren Charakter als Arbeiterpartei folgenreich verändert hat“, resümiert der Alt-Grüne Kleinert. Hingegen sei „der Versuch einer Wiederbelebung der Klassenkämpfe der Weimarer Republik auf der Bühne von Universitätshörsälen eine kurzlebige Veranstaltung mit operettenhaften Zügen“ geblieben.

Ein hartes Urteil, das aber tendenziell von vielen Veteranen der Bewegung geteilt wird. Die Hauptakteure hatten ja auch keinen proletarischen Hintergrund: Dutschke war Beamtensohn, Schneiders Eltern waren klassische Musiker, Cohn-Bendit stammt aus einer jüdischen Intellektuellen-Familie, die mit Hannah Arendt eng befreundet war… Entsprechend kamen die mittel- und langfristigen Effekte noch am ehesten den bürgerlichen Schichten zugute. Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas, der bis zum Zerwürfnis mit Dutschke entschieden auf Seiten der revoltierenden Studenten stand, nennt das Ergebnis eine „Fundamentalliberalisierung der Bundesrepublik“. Was heißt das? Peter Schneider meint, dass die 68er-Bewegung nachhaltig „mit der Kultur des Gehorsams in Deutschland gebrochen hat“. Bürgerinitiativen, gewaltfreie Erziehung, Diskurs statt Frontalunterricht, gelockerte Umgangsformen, flachere Hierarchien – das alles wurde durch „68“ sicher ermöglicht oder zumindest befördert und beschleunigt.

Wirklich klassenlos profitierten wohl vor allem die Frauen – nicht nur, weil sie irgendwann keine Erlaubnis ihres Gatten mehr brauchten, um einen Job anzunehmen oder ein Konto zu eröffnen. Ob man die „sexuelle Befreiung“ dazu rechnen muss, bleibt aber strittig. Der Abschied von rigiden Moralvorstellungen, unter denen unverheiratete Mütter (und deren Kinder) ebenso litten wie Homosexuelle, hätte ohne „68“ sicher länger gedauert. Und das hat auch nichts damit zu tun, dass diese Generation schlicht die erste war, die über die Pille verfügt, wie Götz Aly lästert.

Oktober 1968 in Mexiko City: Zwei US-Sprinter protestieren auf dem Olympiapodest – und sorgen für …

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Ob die Protagonisten der 68er jedoch tatsächlich immer die Rechte und die Würde der Frau – und nicht etwa die befreite eigene Libido – im Blick hatten, darf man bezweifeln. Der durchaus verbreitete Kommunardenspruch „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“, legt anderes nahe.

Kleinert schreibt von „Vorboten eines neuen, post-industriellen Wertesystems, das gegen Triebverzicht und Affektkontrolle Werte der Spontaneität und Selbstentfaltung“ gesetzt habe. Das mündete in „sexuelle Libertinage bei verminderter Wertschätzung von Ehe und Familie“ und führte schließlich auch zu einer „allgemeinen Sexualisierung des Alltagslebens“. Zu den Spätfolgen gehört damit auch, dass heute manche emanzipierte Veteranin der Bewegung, die 1968 noch feierlich ihren BH verbrannt hat, beim Anblick eines blanken Busens auf einer Reklametafel hyperventiliert. Nicht jede Revolution frisst ihre Kinder – aber keine geht liebevoll mit ihnen um.

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Bertolt Brecht: die 10 besten Zitate und Gedichte - YouTube | bertolt brecht zitate

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Bertolt Brecht – ein alter Linker für die Neue Rechte - Philosophia ..

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Weisheit der Woche #10 – hungry freaks, daddy | bertolt brecht zitate

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Bertolt Brecht zitat und sie saegten an den Aesten Sanktionen ..

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